Dani’s Reiseberichte kreuz und quer durch die Welt

Danis Reiseberichte kreuz und quer durch die Welt!

Frei nach dem Motto:
Nimm dir Zeit die Welt zu betrachten!

Nachdem ich meinen Sohn im Alleingang groß gezogen hatte, ist er nun ausgeflogen. Mit Sack und Pack stieg er erwartungsfreudig in den Zug und fuhr in sein neues Leben als Student. Auch für mich begann ein neuer Lebensabschnitt, ein neuer Anfang, eine neue Freiheit.

Jetzt war sie da, dachte ich mir, die Chance meinen ganz persönlichen Weg zu gehen.
Und ich wollte mir die Welt ansehen. Ich fühlte mich, mit meinen fünfzig Jahren, durchaus noch jung und frisch, mich dieser Herausforderung zu stellen. Ich wollte verschiedenste Kontinente bereisen, am besten alle. Eintauchen in exotische Länder, Abenteuer erleben, hohe Berge besteigen, verschiedene Lebensweisen fühlen, meinem Gaumen neue Düfte und andere Geschmäcker zuführen. Ich wollte mich jeden Tag spüren und neu erfinden.

Es war Oktober 2013, ich hatte inzwischen mein Zuhause aufgelöst. Meine Möbel lagerte ich bei einer Spedition, ich meldete meine neue Adresse im Haus meines Bruders an, und ich hatte Bekanntschaft mit Maggy geschlossen. Einer Frau mit gleichen Ideen und Träumen, die sich freute, mit mir dieses Abenteuer zu teilen.

So starteten wir unsere erste Reise. Sie sollte ein Vierteljahr dauern. Dani und Maggy mit dem Fahrrad um Neuseeland.

Neuseeland

Die Idee: Mach dir die Welt zu deinem Zuhause!
Die Reisezeit: Entfliehe dem deutschen Winter, das erspart dir Heizkosten, aber auch so manchen Mantel in deinem Gepäck. Neuseeland liegt am anderen Ende der Welt, dort beginnt zu unserer Winterzeit der Sommer. Aber Achtung, das Klima und die Natur sind dort öfter, auch im Sommer, unberechenbar.
Der Zeitplan: November bis Weihnachten um die Nordinsel, Dezember, Januar auf der Südinsel. (für drei Monate Neuseeland benötigt man kein Visum)

Neuseeland ist sehr genau mit seinen Einreisebestimmungen. So sollten die Fahrräder, welche wir von Deutschland als Gepäck mitnahmen, blitzsauber sein. Auch das Zelt und die Campingausrüstung wurden auseinander genommen und genau inspiziert, damit keinerlei Erde, Tier oder Pflanzen eingeführt wurden.

So starteten wir unsere Reise nach Neuseeland in Ozeanien. Das Land, von dem ich behaupte, dass es das schönste Land der Welt ist!

Die Reiseroute:

Neuseeland besteht aus zwei großen Inseln und etlichen kleinen.
Die Nordinsel, die wir zuerst mit dem Flieger erreichten, ist mit seinem subtropischen Klima, der Vegetation und dem gesamten Landschaftsbild ganz anders als die Südinsel. Ich möchte mit diesem ersten Teil zuerst die Nordinsel beschreiben.

Am 8.11. gegen Abend erreichten wir Auckland nach sechzehnstündigem Flug völlig erledigt, aber mit sehnsuchtsvollem Fernweh. Maggys Patenkind, das in Aucklands Universität ein Auslandsstudium absolvierte, holte uns am Flughafen ab und bot uns für die ersten Tage, zur Orientierung, die Möglichkeit, in ihrem Studentenwohnheim zu wohnen. Unser erster Tag war ein Museumstag. Wir besuchten das Auckland Museum, welches uns viel über die Geschichte, Lebensweise und Kultur der Ureinwohner, der Maori, vermittelte.
Den zweiten Tag verbrachten wir mit Provianteinkauf und Packen unserer Räder. Dann ging unser Abenteuer los.

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Stationen auf der subtropischen Nordinsel:
Auckland – Cape Reinga – Harbour Bridge – Whangarei – Kawakawa – Pahia – Bay of Islands – Russell – Cape Brett – Whananaki – die Westküste mit Whangarei, Bay of Plenty – Coromandel , Thames, Tauranga – Rotorua – Lake Taupo – Napier – Hastings – Wairarapa – Wellington

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Wir starteten von Auckland, der »Queen City«, der größten Metropole der Neuseeländer, strampelten westlich an der Tasmanischen See entlang über den 90 Miles Beach nordwärts nach Cape Reinga, dort, wo sich zwei Meere treffen. Oben am Leuchtturm beobachteten wir fasziniert das wilde Ringen der Wellen, bevor es uns weiter zog zur Bay of Islands, der historischen Wiege des Landes.

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Von Russel aus starteten wir eine sehr empfehlenswerte halb Fahrradtour, halb Wandertour durch schöne, mannigfaltige Natur zum Cape Brett. Auf dieser Wanderung trafen wir sehr gastfreundliche Maorifamilien, die uns liebevoll aufnahmen und uns zu ihren Festen einluden.

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Bei so viel Herzlichkeit fiel es uns schwer, nach einigen Tagen die Weiterreise anzutreten.

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Außerdem besuchten wir die Orte Kawakawa, Whangarei, Takapuna, Devonport und arbeiteten uns mit unseren Lasteneseln vor nach Thames, Touranga und weiter auf das Vulkanplateau Rotorua. Dort verbrachten wir einige Tage, um uns von den Strapazen zu erholen. In dieser Stadt, die in einer Vulkanspalte liegt, gibt es Thermalbäder mit den unterschiedlichsten Mineralien und Temperaturen. Das erweist sich als ideal zum Nachfüllen unserer Energiespeicher.

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Wir radeln durch aufregende Vulkanattraktionen, das Whakarewarewa, eine Thermalzone mit Geysiren wie dem Pohutu, der 30 m in die Höhe zischt.

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Erholt und inzwischen gut trainiert ging es weiter durch Paradise Valley, auf den Gipfel des Mount Ngongotaha. Auf dem Highway 30 in Richtung Waikatane erlebten wir ein brilliantes Panorama und erreichten schließlich das Hell’s Gate. Der Höhepunkt dieses vulkanischen Areals war unumstritten der heiße Wasserfall Kakahi.

Unser nächstes Ziel war der Lake Taupo, der berühmteste Forellensee der Welt. Hier habe ich erfahren, dass »Fisch and Chips« durchaus eine Delikatesse sein können. Bald verabschiedeten wir uns zu den Zwillingsstädten Hastings und Napier. Sie wurden in den dreißiger Jahren, nach einem Erdbeben, mit viel Enthusiasmus wieder aufgebaut und erstrahlen heute in neuer Schönheit mit vielen Statuen, mit denen ihre Einwohner ihre Dankbarkeit für die Aufbauleistung ausdrücken.

Wie die Zeit vergeht! Schon sind wir am Ende unserer ersten Etappe im windigen Wellington. Gut das wir hier über die Weihnachtsfeiertage unsere Räder in die Ecke stellen konnten und nicht gegen den extremen Wind ankämpfen mussten. Da ich mir wegen der Anstrengung, Wind und Regen eine Erkältung zugezogen habe, genoß ich gerne ein paar Tage weihnachtliches Ausruhen. Neuseelands Hauptstadt hat viel zu bieten. Es ist lohnenswert mit dem knallroten Cable Car zu dem hochgelegenen Botanischen Garten zu gelangen, oder durch Wellingtons Museum zu schlendern und alles rund um die Kiwis (so heißen die einzigartigen, scheuen Hühnervögel, die Neuseelands Einwohnern ihren Spitznamen gaben) zu erfahren.

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Unseren Heiligabend feierten wir im Chow bei freundlicher Bedienung und leckerem Essen. Wir genossen den Abend mit anschließenden Cocktails und wankten – zufrieden mit unserer ersten Hälfte der Reise – durch das bunte Weihnachtstreiben über die Wakefield Street ins Welly, unser Hostel, wo auch noch lange nicht ans Schlafen gedacht wurde.

Text: Daniele Schneider