Bärlauch – würziger Frühlingsbote

Frisch eingetroffen: Bärlauch (Allium ursinum)

andere Namen: Rams, Ramser, Rämsch, Waldknoblauch, Wilder Knoblauchandere Namen: Rams, Ramser, Rämsch, Waldknoblauch, Wilder Knoblauch

Die Geschichte des Bärlauch geht weit in die Vergangenheit zurück und seine Legenden sind außerordentlich facettenreich. Bärlauch spielt seit mindestens 5 Jahrtausenden eine wichtige Rolle als stärkendes Kraut und als Heilpflanze in Europa und Asien. Zahlreiche Orte wie Ramsau, Ramsthal oder Ramsloh deuten auf größere Vorkommen des mittelalterlichen Namen “Rams” hin, wie er im Mittelalter auch genannt wurde. Pflanzen die “Bärenkräfte verleihen” wie auch Bärwurz und Bärentraube werden dem bei den Germanen hoch verehrten Bären sehr gerne als Nahrung unterstellt. Im Falle des Bärlauch wird dies von der Bärenexpertin des WWF bestätigt.

Bärlauch findet man im zeitigen Frühjahr auf kalkhaltigen und feuchten Böden meist in Wäldern, Auen, Bachrändern und Gräben. Er kommt stellenweise in Massen vor und bedeckt den Waldboden sehr großflächig als nahezu einziger Bewuchs. Am besten sammelt man die noch kleinen jungen Blätter. Diese junge Delikatesse besitzt eine kräftige, frische Schärfe, die mit der Entwicklung der Pflanze allmählich abnimmt. Bärlauch schmeckt nur bis zur Blüte der Pflanze.

Sinnesfreuden unerwünscht

Das wohlschmeckende und gesunde Wildgemüse war innerhalb Europas jedoch nicht zu allen Zeiten so beliebt. In den Klöstern des Mittelalters galt der sinnliche, aphrodisierende Duft der Pflanze als unrein. Sie verschwand für mehrere Jahrhunderte aus den klösterlichen Heilpflanzengärten. Im 16. Jhd. taucht der Wilde Knoblauch vereinzelt wieder auf und fand erst im 20 Jhd. allmählich zurück in die Heilkunde und in die europäischen Küchen. Warum er in Deutschland nach dem letzten Weltkrieg wiederum vergessen wurde, kann nur Spekulation sein. Ein erneutes Comeback erlebt der Bärlauch in den 90er Jahren und wird seitdem im Frühjahr auf vielen Märkten und in zahlreichen Restaurants angeboten.

Der deftig-würzige, knoblauchähnliche Geschmack des Bärlauchs ist außerordentlich vielseitig einsetzbar. In Korea wird milchsäurevergorener Bärlauch, als alleiniges Gemüse, dem Kimchi, serviert.

 

 

Ansonsten eignet sich das intensive und doch feine Aroma des Bärlauchs mehr als Zutat und Würze für Suppen, Soßen, Dipps, Aufläufe wie Quiche, Eintöpfe und als Gewürz für Fleischspeisen. Bärlauch passt hervorragend zu Huhn, z.B. als Frikassee.

Bärlauch Creme-Suppe

Nudel-Salat mit Bärlauch

Grillsteak mit Bärlauch

Bekannte Klassiker sind das Bärlauch-Pesto, Bärlauch-Butter und -Käse. Es gibt unzählige Rezepte und Kombinationsmöglichkeiten.

Bärlauch-Butter

Bärlauch-Käse

Bärlauch-Pesto

Bärlauch verleiht Bärenkräfte

Was dem Bärlauch die sprichwörtlichen Bärenkräfte verleiht ist eine Reihe charakteristischer, schwefelhaltiger Substanzen. Sie fördern die Durchblutung, senken den Blutdruck und den Cholesterinspiegel. Kurz gesagt, sind sie für zahlreiche Herz-und Kreislauf stärkende Wirkungen zuständig. Durch seine entgiftenden und entschlackenden Eigenschaften ist Bärlauch ideal für reinigende Frühjahreskuren. Er fördert die Verdauung und hilft bei Hautausschlägen. Dazu kommen lebenswichtige Minerale wie Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium, Mangan und Eisen. Vitamin C stärkt das Immunsystem.

Tödliche Verwechslung

Augen auf! Die Blätter des Bärlauchs sind mit ungeübtem Blick leicht mit denen des Maiglöckchens und der Herbstzeitlosen zu verwechselnd. Beide Pflanzen teilen sich häufig die Standorte mit dem des Bärlauchs und sind tödlich giftig. Nur ein blühendes Maiglöckchen ist durch die unterschiedliche Blüte leicht vom Bärlauch zu unterscheiden. Die Blätter beider Pflanzen sind etwas breiter oder länglicher, härter und faseriger als die weichen Blätter des Bärlauchs. Wer Bärlauch sammelt, muss sich dringend mit den genauen Unterscheidungsmerkmalen der Pflanzen beschäftigen.

Maiglöckchen

junge Maiglöckchenblätter

Blätter der Herbstzeitlose

Bärlauch-Blätter

Bärlauch-Blüte